Andorra – Ein Erlebnis!

44 Naturfreunde aus NRW waren in der Zeit vom 9. – 23. September 2006 zu einer 14-tägigen Wander- und Kulturreise in Andorra, Europas größtem Zwergstaat. Mit dabei waren auch 15 Bottroper.

 

Die Reise, die vom langjährigen Vorsitzenden der Bottroper NaturFreunde, Ulrich Kunold, vorbereitet wurde, war für alle ein Erlebnis. Untergebracht wurden die Naturfreunde im 4-Sterne-Hotel Himalaia in Soldeu, einer der 7 Gemeinden Andorras. Zwei erfahrene Wanderführer, Erika und Mitja, gebürtige Deutsche, die schon lange in Andorra und Spanien leben, betreuten die Reisegruppe. Täglich fanden zwei geführte Wanderungen statt und die Naturfreunde brachten viele Eindrücke von Land und Leute Andorras mit nach Hause.

 

Mit 76.000 Einwohner, davon 16.000 Andorraner und 60.000 Ausländer, hat Andorra nur Zweidrittel der Einwohner Bottrops. Und dieses kleine Land, in dem es erst seit Mai 2006 4% Mehrwertsteuer gibt, leistet sich drei unterschiedliche Schulsysteme – ein Katalanisches, ein Spanisches und ein Französisches. Ansonsten finanziert sich der Staat über die Einfuhrsteuer die auf jede eingeführte Ware erhoben wird. Andorra lebt hauptsächlich vom Tourismus. Besonders im Winter kommen viele Gäste zum Skifahren in die hochalpine Landschaft. Darüber hinaus wird in Andorra Tabak angebaut. Mit nur 5 Wasserkraftwerken deckt Andorra seinen Strombedarf.   

 

Die Naturfreunde wurden über alles Wissenswerte, die Geschichte und das Leben in Andorra bei den vielen Besichtigungen - Tabakmuseum, alte Schmiede, Tempel von Meritxell, adliges Haus, Parlament - informiert.

 

Die Pyrenäen sind eine faszinierende Landschaft - sehr abwechslungsreich, mit viel Laubbaumbewuchs und reich an unterschiedlicher Vegetation. Diese Faszination konnte die Reisegruppe bei den vielen Wanderungen mit einem Höhenunterschied zwischen 300-850 Meter genießen. So vielfältig hat sich kaum einer den Zwergstaat im großen Gebirge vorgestellt. Besonders beeindruckend waren die vielen Bergseen, die die Naturfreunde zu sehen bekamen. Und im Tal von Madriu konnte man das UNESCO-Weltnaturerbe bestaunen.

Ausflüge ins benachbarte Ausland durften aber auch nicht fehlen. So wurde die alte französische Grafschaft Foix mit den Grotten „du Labouiche“ besucht; denn der Graf von Foix war früher einer der Co-Fürsten Andorras. Für einen Abstecher nach Ax-les-Thermes mit seinen Thermalquellen war dann auch noch Zeit.

Eine Fahrt nach La Seu d'Urgell, auch bekannt durch die Kanuwettkämpfe der Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona, brachte die Naturfreunde dann in den Ort des anderen Co-Fürsten Andorras. Auch heute noch ist der Bischoff von La Seu d'Urgell neben dem französischen Staatspräsidenten, Staatsoberhaupt von Andorra.

Ein Ausflug in das spanische Val de Núria – dem Tal der Träume – war schon deshalb wunderbar, weil es mit der ältesten renovierten Zahnradbahn ins hohe Gebirge ging. Die Naturfreunde passierten Wasserfälle, Gebirgsbäche und grüne Wälder.

 

Nach 14 Tage war der Aktivurlaub im kleinen Fürstentum Andorra leider vorbei. Die nächste Reise in die andorranische Gebirgslandschaft ist zur Frühjahrsblüte im Juni/Juli geplant.